Leben wie ein Königskind [Post 129]

Diese Geschichte  ist die Geschichte eines grossen Königs. Er war der unbestrittene Herrscher seines Reiches und alles lief perfekt. Bis auf seine beiden Söhne, die machten ihn grossen Kummer. Der Ältere von den beiden fühlte sich bei dem Gesinde und den Knechten wohler als im Palast. Und anstelle von dem König das regieren zu erlernen, und darauf vorbereitet zu werden später einmal selber König zu sein, ging er lieber zu den Hirten auf das Feld. Unbestritten, das ist auch eine sehr ehrenwerte Aufgabe – aber nicht seine Bestimmung. Er arbeitete lieber im Stall oder auf dem Felde, als sich im Palast auf das Regieren vorzubereiten. Mit dem Jüngere der beiden Brüder hatte der Vater ebenso viel Kummer. Dieser war leichtsinnig und extrem freiheitsliebend. Er nahm das Leben nicht so schwer und liebte es den „dicken Mac“ zu machen. So machten beide Söhne des Königs ihrem Vater grossen Kummer. Denn eigentlich sollten beide das regieren erlernen um später einmal  mit Macht und Besitz gut umgehen zu können, doch beide wollten das so gar nicht kapieren, was ihre Bestimmung ist und auch keine Freude daran finden. 
Eines Tages wurde es dem Jüngern, freiheitsliebenden und leichsinnigen, im Palast des Vaters zu langweilig und eng. In einer Kurzschlusshandlung nahm er einen grossen Batzen aus der Schatzkammer des Vaters (den Teil, von dem er meinte das es sein rechtmässiges Erbe wäre) und machte sich auf die grosse Welt zu entdecken. Er erkundete Länder und lernte neue Freunde kennen. Leider waren es die falschen Freunde. Sie halfen ihm lediglich dabei seinen Reichtum los zu werden. Eine recht lange Zeit ging dies alles gut. Als aber das Geld immer weniger wurde und eine Wirtschaftskrise das Land ereilte waren die falschen Freunde schnell verschwunden. Plötzlich stand der ehemals reiche und begehrte Bubi alleine und arm dar. In seiner Not nahm er eine sehr schlecht bezahlte Arbeit an und hatte mit einem Males recht viel Zeit zum Nachdenken. Mehr und mehr erkannte er den Unsinn den er gemacht hatte und sehnte sich zu dem Vater und dem Leben im Palast zurück. Hier war er immer versorgt und brauchte sich keine Sorgen um sein täglich Brot machen. Schliesslich achtete der Vater darauf das immer etwas auf dem Tisch stand. Jedoch schämte er sich über sein Weglaufen so sehr, dass er nicht recht wusste wie er es anfangen sollte wieder zurück zu gehen. Auch hatte sein Ausbruch viel Geld gekostet und dem Vater, den König finanziell geschadet. Schliesslich sagte er sich: Selbst die Arbeiter meines Vaters sind besser versorgt als ich hier. Ich will heimgehen mich dem Vater als Arbeiter anbieten. Dann kann ich auch noch etwas von dem Schaden gutmachen, den ich angerichtet habe! Und so macht er sich wieder auf den langen Weg zurück nach Hause. Der Vater sah ihn aus dem Fenster des Palastes schon vom weiten kommen und läuft seinem Sohn entgegen. Er fällt ihm um den Hals und küsst ihn vor Freude über das Wiedersehen. Er lässt ihn kaum zu Wort kommen vor lauter Freude und von dem Angebot, nun bei den Knechten zu arbeiten, und den Schaden wieder durch seine Arbeit gutzumachen, will der Vater gar nichts wissen. Er schickt ihn gar nicht auf das Feld zum Arbeiten sondern holt ihn in seinen Palast zurück und gibt für alle im Palast ein rauschendes Fest weil nun sein Sohn wieder zurück gekehrt ist weil der sich so sehr über die Heimkehr des verlorenen Sohnes freut. 

Sicherlich kennst du die diese Geschichte aus dem Gleichnis des „Verlorenen Sohnes“ in Lk.15. Der König, der Vater in dieser Erzählung das ist Gott. Die beiden Söhne das sind wir, seine Kinder.

Weil ihr nun also seine Söhne und Töchter seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, den Geist, der ´in uns betet und` »Abba, Vater!« ruft. (‭Galater‬ ‭4‬:‭6‬ NGU2011)‬‬‬ 

Gott, der Vater, hat uns alle durch Christus zu seinen Söhnen und Töchtern. Er macht keinen Unterschied zwischen Juden und Heiden. Jeder von uns ist berufen als Kind des grossen einzig wahren Königs zu leben. Du bist ein Königskind, ein Prinz, eine Prinzessin. Beide Kinder Gottes in dem Gleichnis sind neben der Spur. Beide leben nicht (zumindest am Anfang nicht) in dem was der König für sie vorgesehen hatte.  Beide waren nicht bereit sich auf das regieren im Palast vorzubereiten, oder vorbereiten zu lassen. 

Wofür stehen nun die beiden Typen, der Söhne (und auch Töchter)? Der Jüngere, der Weggelaufene, steht für die, die aus der Leitung Gottes und aus senem direkten Einflussbereich in ihrem Leben weglaufen. Sie laufen aus Gottes Segensbreich fort. Sie verlassen beide den Schirm des Höchsten und sind damit den wilden Tieren ausgesetzt. Vielen Teenies in unseren Gemeinden geht dies so. Sie wachsen im Palast des Königs auf, sie haben in den Kindertagen die Erlösung Jesu kennen gelernt, und haben gelernt wie es ist sich vom Vater (durch den Heiligen Geist) leiten zu lassen, und laufen dann weg, in die Welt. Was sagt Jesus durch dieses Gleichnis vom verlorenen Sohn zu diesen zu diesen Menschen? Sie sind weiterhin meine Söhne und Töchter. Sie sind weiterhin Kinder des König aller Könige. Sind weiterhin geliebt und angenommen. Sie haben sich „lediglich“ aus dem Leben unter dem Schirm des Höchsten entfernt. Sie haben sich entschieden, das Essen „aus dem Schweinetrog“ kennen zu lernen. Sie haben sich entschieden, das Leben ausserhalb des Segens kennen zu lernen. Denn dafür steht das Leben bei dem Vater. Ein Leben in seiner Fürsorge, in seiner Leitung. Es ist die völlige Abhängigkeit von ihm, Gott. Ich möchte alle Eltern, deren Teenies gerade das Essen am Schweinetrog testen zurufen: Entspannt euch. Sie werden wieder zurück kommen. Sie werden entdecken, dass das Essen im Palast besser schmeckt als am Schweinetrog. Entspannt euch! 

Eigentlich hätte Jesus an dieser Stelle die Erzählung des Gleichnises beenden können. Der Himmel freut sich über jeden, der vom Schweintrog zurückkehrt und damit wieder in den Palast des Vaters, unter den Segen des himmlischen Vaters zurück kommt. Punkt – ENDE – oder ?

Doch das Gleichnis Jesu enthält auch noch die Geschichte eines zweiten verlorenen Sohnes. Denn eigentlich ist es um den Älteren der beiden Brüder auch nicht besser bestellt. Auf seine Art ist er auch ein verlorener Sohn, denn auch er lebt nicht bei dem Vater, in der Gegenwart und dem Segen und damit in seiner Würde als Prinz des höchsten Königs. Persönlich bin ich Jesus sehr dankbar, das er auf diesen verlorenen Sohn ebenfalls eingeht. Auch er ist nicht völlig verloren. Er ist weiterhin der Sohn des höchsten Königs. Aber auch er hat es vorgezogen, in einer eigenen Entscheidung, auf eigenen Füssen unterwegs zu sein. Auch er hat den Palast und seine Prinzenwürde verlassen und steht ebenfalls nicht mehr unter dem „Schirm des Höchsten“. Er steht für den, der hart arbeitet, und einen Lohn und Anerkennung erwartet (od. erhofft) Lk.15,25-32 Merkt ihr um was es beim älteren Sohn geht? Der ältere Bruder hat, ebenso wie der jüngere,  nicht im Segen des Vaters, in seinem Anweisungen gelebt, sondern wollte Segen (Lohn) für sein eigenes Wirken. Wir alle tragen dieses Gen des älteeren Bruders in uns. Wir wollen „selber machen“. Diese Formulierung zählt zu den ersten Worten von Kindern: „selber machen“. Das ist unser „Fleisch“. Es will etwas leisten,  auf das es stolz ist, und dann Anerkennung für das Geleistete bekommen. 

Jedoch "einfach so" etwas geschenkt bekommen, da kann man doch auf nichts stolz sein! Wir alle wollen Anerkennung für etwas Geleistetes – jeder von uns. Dieser Ältere Bruder schlummert in uns allen, und wenn wir ihm nachgeben, dann leben auch wir ausserhalb der für uns vorgesehenen Segnungen Gottes. Weil wir im "selber machen" Modus sind. Im Hebräerbrief (4,10) schreibt der Autor als Ziel für unsere Jüngerschaft von dem "Das Ruhen von den eigenen Werken" und dem "Ruhen in Gott". Wenn wir daswirklich wollen bedeutet es, dass wir den den Acker des Älteren Bruders verlassen und in den Palast Gottes zurück kehren damit wir unter seinen „Schirm des Segens“ leben. Was sagt der Vater dem älteren Sohn, als dieser zum Vater zurückkehrt? (Lk.15,31) Alles was mir gehört, gehört doch auch dir. Lebst du in dem, was Gott für dich hat? 

Es gibt zwei Bereiche, für die das sehr relevant ist. Zuerst einmal in Bezug auch unseren Stand vor Gott. Was bedeutet es für uns in seinen Werken zu leben und nicht in den eigenen? Es bedeutet das Jesus uns durch seinem Tod am Kreuz ein für allemal heilig gemacht hat. Einmalig, vollständig heilig durch Jesus, nicht durch die eigenen Bemühungen. (Hebr.10,10) Angewandt für den älteren Bruder heisst dies: Bist du auf dem Acker der eigenen Heiligung unterwegs, was der Alte Bund wäre, oder lebst du in der Heiligung die Jesus für dich erwirkt hat? Mit anderen Worten: (1.Petr.3,18 / Rö.5,11 / 2.Kor.5,19 / Hebr.10,14)  Er hat uns ein für alle mal, also für immer, bis zum Lebensende von unserer Schuld befreit und uns unsere Sünden vergeben.    Angewandt auf den älteren Bruder heisst dies: Leben wir in der Sündenvergebung, in der Gnade Gottes, oder bemühen wir uns immer wieder neu die Gnade zu erwirken? Jesus hat alles für uns getan und uns eine völlig neue Gerechtigkeit vor Gott erwirkt - ein für allemal. Er hat es erwirkt, das wir Kinder Gottes sind und nun in dem Palast des Vaters leben dürfen. Wir können in dem leben, was Jesus für uns getan hat. Er ist unsere Heiligung, unsere Vergebung, unsere Gerechtigkeit. Er ist der Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Lebst du in dem, was Jesus für dich getan hat oder versuchst du immer noch im "selber  heiliger machen", im "sündloser werden", im "Christus ähnlicher im Verhalten werden"? Immer wenn wir es selber versuchen sind wir in den Schuhen des älteren Bruders auf dem Acker unserer eigenen Werke unterwegs. 

Aber fördert solch ein Leben nicht die Sünde? Ist dann nicht der Unmoral und dem Sündigen nicht Tür und Tor geöffnet, wenn ich mich nicht mehr der Sünde in meinem Leben den Kampf ansage und mich darum bemühe heiliger zu werden? Nein, sagt die Schrift und ebenso auch meine Erfahrungen. Das Gegenteil ist der Fall. Der eigene Kampf gegen die Sünde fördert die Sünde. Wenn ich dagegen lerne in dem zu leben was Jesus für mich getan hat,  wenn ich lerne in der Gnade zu wandeln, dann wir die Sünde im Leben wenige rund weniger. Sie verliert ihre Kraft. Hier findet die Aussage von Jesus in Mt.6,33 ihre eigentliche Bedeutung: 

Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! (‭Matthäus‬ ‭6‬:‭33‬ SCH2000)

In meinen Worten: Legt die höchste Priorität in eurem Leben dahinein, ein Leben in der Gegenwart Gottes zu führen und lebt in der Gerechtigkeit, die Jesus uns geschenkt hat, dann wird er sich um all eure Bedürfnisse kümmern. 

Gott, unser Vater fordert uns auf  in seinen Palast zurück kehren. Das wir von de Schweintrögen dieser Welt an die Tafel des Vaters kommen. Das wir vom Acker der eigenen Werke und dem hoffen auf Belohung für unsere Anstrengungen unter den Schrim des Höchsten kommen und in der neuen Gerechtigkeit eines Königskindes leben. Einer Gerechtigkeit, die Jesus uns durch seinen Tod am Kreuz schenkt. 

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